Ready Player One von Ernest Cline, (erschienen 2011) ist unbenommen eine der erfolgreichsten Science Fiction Geschichten der 10er Jahre des 21. Jahrhunderts – kürzlich erschien jetzt der Nachfolger Ready Player Two.

Da der Nachfolger jetzt vom Stapel ungelesener Bücher, runter auf den aktuellen Lesestapel gewandert ist, nutze ich den Moment um einmal kurz „Band 1“ zu rekapitulieren und am Ende gibt es ein paar Worte über die filmische Umsetzung.

Ready Player One – das Buch

Die Welt im Jahre 2045: Der 18jährige Wade Watts lebt in einem der zahlreichen Armenviertel einer heruntergekommen Welt, am Rande des Zusammenbruchs.

Einziger Lichtblick ist die OASIS, eine virtuelle Welt, in der sich mittlerweile fast das gesamte Leben abspielt : Hier wird gespielt, gekämpft, geliebt, aber auch gearbeitet und gelernt. Nahezu alles, was es „draußen“ gibt, gibt es auch in der OASIS und noch viel, viel mehr.

Wenn Wade nicht gerade in seine virtuelle Schule geht, um auf diese Art versucht seiner trostlosen Zukunft zu entkommen ist er als „Jäger“ auf der Suche nach DEM Ester-Egg in der OASIS.

Als der Erfinder der OASIS – James Haliday – vor sechs Jahren verstarb, hinterließ er der Welt ein Rätsel. Irgendwo in OASIS versteckt sich, hinter drei Rätseln, ein Easter-Egg. Dem Finder winkt nicht nur das Vermögen von Haliday, sondern auch gleich noch die absolute Kontrolle über die OASIS und somit über den mächtigsten Konzern der Welt. Millionen von Spielerinnen und Spielern machen sich umgehend auf die Suche, doch keiner kann auch nur eine kleinste Spur finden – bis zu dem Tag, als ausgerechnet der „kleine“ gehänselte Wade Watts das erste Rätsel entdeckt.

Damit katapultiert er sich nicht nur aus dem Nichts ins Blitzlichtgewitter der Öffentlichkeit, er muss sich auch noch gegen den fiesen Internetmogul IOI zur Wehr setzen. Dessen Angestellte müssen das Ei als erstes finden – koste es was es wolle (und das schließt Menschenleben ganz ausdrücklich mit ein).

Wie Wade geht Ernest Cline 2011 mit seinem Erstling von 0 auf 100 und Ready Player One kann sich direkt als „moderner Klassiker“ etablieren.

Der Roman ist ist einerseits eine Vision des Internets – mit vielen dystopischen Elementen – andererseits eine Liebeserklärung an die 80er-Jahre.

Ernest Cline transportiert seine Leser mittels des verstorbenen James Haliday zurück in die Vergangenheit. Da Haliday ein bekennender Fan der 80er-Jahre-Kultur war, gehen auch die Jäger seines Easter-Eggs davon aus, dass sich die Lösung für das große Rätsel irgendwo hier versteckt. Die Jäger und allen voran Wade Watts atmen und leben die 80er Jahre und vor allem die hieraus entstandene Nerd-Kultur in jedem Moment ihrer Suche.

Wade ist der „klassische“ Einzelgänger; in ärmlichen Verhältnissen lebend, sozial benachteiligt und in der „Schule“ gehänselt, steht er vor keiner rosigen Zukunft. Wie so viele stürzt er sich in die Ablenkung der OASIS und geht hier dem Traum nach, der Jagd nach dem großen Schatz. Während andere sich in großen Gilden organisieren oder sich den gesichts- und rücksichtslosen „Jägern“ von IOI anschließen, bleibt Wade lieber für sich. Kaum etwas unterscheidet ihn von den zahlreichen anderen, bis auf den Unterschied, dass ER eines Tages der entscheidenden Spur auf die Schliche kommt. Jetzt wird‘s an sich „klassisch“: Ruhm, Geld, Gefahr, echte und falsche Freunde. Alles in allem eine actionreiche Jagd durch die zahllosen Welten in der OASIS und die reale Welt bekommt auch noch einen „Besuch“ ab. Gefangen in Grenzen, die ihm von außen auferlegt werden, muss Wade seine Fesseln sprengen, an sich und den Gefahren wachsen und die Hindernisse, die sich ihm entgegen stellen, überwinden. Klassisch und doch ungewöhnlich und in jedem Fall unheimlich fesselnd.

Ein eigener „Protagonist“ ist die OASIS, die virtuelle Welt, in der nichts so sein muss, wie es scheinbar aussieht – weil hier einfach ALLES aus dem Computer stammt und niemand wirklich da ist. Klar, gibt es da vielfältige Varianten und Cline ist nicht der erste der das erzählt, aber in seiner Darstellung und seiner Konsequenz erzeugt er eine zeitgemäße Version einer virtuellen Realität, die einfach über alles hinaus geht, was bisher da war – und das auf verhältnismäßig wenig Seiten (z.B. im Vergleich mit Tad Williams‘ Otherland, das gut 4000 Seiten umfasst).

Von den 80er Jahren war schon die Rede. Trotz aller Modernität der Umgebung zieht sich eine intensive Spur der 80er durch den Roman, die Ernest Cline über die Exzessive Liebe des OASIS-Erfinders James Haliday entwickelt und über die Jagd nach dem Easter-Egg an seine Protagonisten weitergibt.

Die „älteren“ Leserinnen und Leser haben das eine oder andere vielleicht noch direkt mitbekommen (Ja, liebe Leute, wir sind mittlerweile SO ALT) und die jüngere Generation wird hier an viele kleine Nettigkeiten herangeführt. Eine wunderschöne Verbindung zwischen Jung und Alt.

Fazit:
Es fällt wirklich schwer die Bedeutung von „Ready Player One“ zu beschreiben, es ist und bleibt einfach einer der Klassiker der modernen SF – mit viel Aktion und Spannung, aber ohne übertriebene Gewalt.

Ready Player One – der Film

2018 kommt die Verfilmung von Ready Player One (von Steven Spielberg persönlich inszeniert) in die Kinos.

Die Reaktionen sind bis heute durchaus gespalten (IMDB kommt auf eine Wertung von 7.4/10).

Wie viele Verfilmungen kommt Ready Player One nicht ohne Abweichungen vom Buch aus, die einerseits die Handlung auf ein filmisches Maß kürzen müssen, andererseits aber auch nicht vollkommen verständlich zu sein scheinen.

Spielberg führt zum Beispiel den „Widerstand“ ein, der im Netz gegen die fiesen Bösewichte von IOI kämpft. Nach seinem ersten Auftauchen hat dieser aber keinerlei weitere Bedeutung für den Film.

Große Schwierigkeiten hatten die Macher vor allem mit der Darstellung der unzähligen Nerd-Welten und den sich daraus resultierenden Lizenzen. Also konzentrierte man sich im Kern auf die im Studio vorhandenen Rechte, was abermals zu der einen oder anderen Veränderung führt.

Was ein Buch macht , muss in einem Film nicht auch funktionieren und so sind die Filmemacher dann ihre eigenen Wege gegangen.

Meiner bescheidenen Meinung nach macht der Film lange nicht alles richtig, fängt aber im großen und ganzen die Atmosphäre des Buches ganz gut ein. Es bleibt halt eine Verfilmung und keine Abfilmung des Stoffes.

Mir hat es gefallen und jetzt geht‘s ab zu „Ready Player Two“.

Alex liest: Ready Player One
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