Handlung

Trevor Cassalle bekämpft seine eigenen Leute unter Führung von Li Baihu, bis dieser ein ins Mesh gestellte Video von den Marsgehirnfunden ansieht und die Kampfhandlungen einstellen lässt. Li unterstellt sich Cassalle und sie fordern von der Regierung eine Stellungnahme, woraufhin das Licht der Vernunft Jocelyn Pinatauro zur Wiedergutmachung auf dessen letzte Bewährungsmission schickt. Perry Rhodan und Thora Rhodan da Zoltral sehen ihre Chance gekommen, die Uneinigkeiten unter den Aphilikern auszunutzen und Richtung Stele vorzustoßen. Zuvor suchen sie Reginald Bull auf, der sich mit Stella Michelsen versteckt hält und Perry Antworten geben soll. Völlig aufgelöst erklärt ihm Reg, dass sein Sohn Thomas als Licht des Friedens die Vernichtung sämtlicher Jungbrunnen-Bestände eingeleitet hatte. Deshalb wurde er von Thomas erpresst, da Stella sonst ihre Dosis nicht mehr erhalten und ihm unter den Fingern wegsterben würde. Eben genau diese Dosis fordert Perry von seinem besten Freund ein, weil er sie seinem Sohn Thomas verabreichen will, um den Oberaphiliker damit zu heilen und auf ihre Seite zu ziehen. Stella überstimmt ihren geschockten Mann und übergibt ihre letzte Ration an Perry, zu Gunsten der Menschheit. In Wales vermuten sie die Anwesenheit von Thomas und erhoffen sich zudem Antworten. Das Einsatzteam um Thora, Perry, Sylvia Demmister und Sergio Percellar verschafft sich mit Spiegelfeldern Zutritt in die Cardiffer Niederlassung von Pharamond. Thora findet ein aussagekräftiges Foto ihres Sohnes, der sich nicht mehr im Gebäude befindet, aber anhand der Bildhintergründe ausfindig gemacht werden kann. Beim Verlassen des Gebäudes werden sie von einem unbekannten Angreifer schwer attackiert und Perry gelingt es mit Mühe, seine Frau und das Medikament zu retten.

Trevor Cassalle hat durch die Macht des Mesh einen gewaltigen Zuspruch in der Bevölkerung erhalten und auch etliche Regierungstruppen sind mittlerweile zu ihm übergelaufen. Der Stainway Tower wird zum vorläufigen Hauptquartier der Wahrheitskrieger, deren Anführer Cassalle eine Pressekonferenz mit Dr. Worthing ausruft. Letzterer wird im Auftrag von Joceyln Pinatauro erschossen, welcher den Oberbefehl vom Licht der Vernunft erhalten hat, die Regierung wieder in ein besseres Licht zu rücken und sein bisheriges Versagen zu sühnen. Pinatauro kann aber nicht verhindern, dass weitere Standorte mit gestohlenen Gehirnen weltweit aufgedeckt und vom wütenden Mob überrannt werden. Übermächtige Regierungstruppen stoßen Richtung Stainway Tower vor und zwingen Cassalle zur Verlegung des HQ. Kaum haben sie die Räumlichkeiten einer Bibliothek bezogen, erfährt Jocelyn Pinatauro vom neuen Standort und verübt einen Bombenanschlag auf Cassalle, den dieser überlebt. In Wales scheint eine der größten Gehirnbanken der Welt zu liegen, woraufhin Cassalle hinfliegt, um Antworten zu finden. Für die Schlichter verläuft die Abwehrschlacht auf den walisischen Stützpunkt aussichtslos und Cassalle bietet ihnen einen Waffenstillstand an, um unnötige Verluste auf beiden Seiten zu vermeiden. Die Kommandantin der Schlichter stimmt einer gemeinsamen Inspektion zu, wobei sie ein Depot aus mehreren tausenden Gehirnen entdecken, die zu einem Gehirnnetzwerk zusammengeschlossen wurden. Da meldet sich plötzlich Perry Rhodan per Funk und bietet den Wiederständlern seine Kapitulation an.

Pinatauro stellt Cassalle und befiehlt Enois Llewellyn die Exekution seiner Zielperson. Die Kommandantin weigert sich und verwirkt damit ihre Daseinsberechtigung für den Sonderbeauftragten. Catron schaltet sich auf geheimen Kanälen zu und erteilt an die beiden Gegner Befehle zur Zusammenarbeit, die vorerst ignoriert werden. Pinatauro reist durch eine Catron-Kapillare in das Amt des Lichts des Friedens und tötet die alte Frau. Rhodan konfrontiert derweil seinen Sohn Thomas in dessen Villa in Cardiff und versucht, ihm das Medikament zu injizieren, aber dieser tritt die Flucht an. Beim anschließenden Showdown setzt Thomas bereits das Knie auf den Hals seines Vaters und droht ihn zu töten, doch Trevor Cassalle stößt dazu und setzt das Licht der Vernunft, im Namen von Catron, außer Dienst. Der völlig verängstigte und verwirrte Thomas lässt sich in Todesangst das Jungbrunnenmedikament spritzen und flüchtet gemeinsam mit seinem Vater über die Dächer der Stadt. Cassalle und Pinatauro werden von Catron an die Stele in Terrania zitiert, wo sich der Splitter im inneren der Stele als Teil von Catron offenbart. Die beginnende Abnormität erhebt die beiden Aphiliker in die soeben frei gewordenen Ämter der Lichter der Vernunft und des Friedens.

Meinung

Es ist also noch mal passiert. Ich bin von einem Titelbild der APHILIE-Staffel schwer angetan. Neben dem absoluten Highlight aus NEO 315, mit einem gewissen Yaanztroner und der pompösen Glasoptik des Eiffelturm III. Ob es an der brandheißen Ansicht von Downtown Terrania liegt oder dem Zusammenspiel von Licht und Schatten, kann ich nicht sagen. Was ich sagen kann ist, dass es trotz des explosiven Katastrophenszenarios ziemlich cool ausschaut. Der Gleiter wirkt allerdings ziemlich disharmonisch platziert und steht in starkem Kontrast zur brennenden Stadt. Trotzdem hot! Jetzt hätte ich fast eine flapsige Überleitung zu den beiden Autorinnen gewählt…

…aber wir wollen ja anständig bleiben, nicht wahr?! Die eiskalte Horrorbraut (offiziell genehmigte Flapsigkeit) Marie Erikson und die warmherzige Weltenbauministerin (dafür braucht’s glaube ich keine Zustimmung) Lucy Guth, teilen sich den achten von zehn Bänden der APHILIE-Staffel und läuten so langsam das Finale ein. Überflüssig zu erwähnen, dass ich mit sehr positiven Gefühlen in diesen NEO rein gestartet bin. Doch sind diese Vorschusslorbeeren gerechtfertigt? Das gilt es herauszufinden. Ich gebe jeder Autorin maximal 80 Seiten dafür. Ja ja, fang endlich an zu lesen doofer Rezensionist! Pffff. Nun gut, euer Wille geschehe. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Ein Muster im Riss der Stoffe lässt auf eine spezielle Waffe schließen? Soso. Dantons Adleraugen sehen das bei erstmaliger Videobetrachtung sofort. Soso. Ich musste etwas schmunzeln, weil das ganze Grundgerüst der folgenden Mission auf dieser Betrachtung fußt. Nun gut, verzeiht mir meinen Sarkasmus, aber das war schon seeeeehr weit her geholt. Ansonsten gefiel mir in den Auftaktkapiteln, dass es ordentlich gemenschelt hat. In mehrfacher Hinsicht. Sowohl zwischen Perry und Thora durften wir ein paar intime Momente genießen, als auch zwischen Perry und Roi. Diesem fällt ein ganzer Eiffelturm vom Herzen, als ihn Perry einfach nur anspricht und nicht links liegen lässt, wie er befürchtet. Hier wird nochmal deutlich unterstrichen, was uns als frei denkende Individuen so einzigartig macht. Worüber wir uns glücklich schätzen dürfen. Die Rückblende in Pinatauros Vergangenheit stellt den klaren Kontrast dazu her, womit mich (vermutlich) Marie Erikson zurück in die dunkle Grundstimmung der Staffel gezogen hat. Danke dafür. Und das ist nicht mal unbedingt sarkastisch gemeint. Auch wenn mir die Szene -ich brauche bestimmt niemandem erklären welche ich meine- schwer auf dem Gemüt lastete. Kapitel 9 schuf den perfekten emotionalen Ausgleich. Das Ehepaar Rhodan platzt ins Hotelzimmer von Reg und Stella, die gerade dabei sind, auf einen gelungenen Abend anzustoßen. Muahaha, das war ein Spaß! Die Situation schwankte irgendwo zwischen peinlich, lustig und bewegend. Eines der schönsten Kapitel der letzten Romane. Die Emotionen überwältigten mich beim Geständnis von unserem geliebten Rotschopf. Einfach schön geschrieben! Und absolut nachvollziehbar, ich hätte genauso gehandelt. So viel dazu. Und wir sind gerade mal bei der Romanhalbzeit angekommen. Starkes Pacing.

Rumms. Halbzeit Zwei startet mit einem lauten Knall. Gerade habe ich begonnen, Trevor Cassalle ein wenig sympathisch zu finden. Weil er halt der Regierung die Stirn bietet. Nun, diese schaut jetzt halt nicht mehr so dolle aus und ein paar Narben werden bleiben. Aber sagt das mal Rioux. Seinem menschlichen Schutzschild. Ach, geht ja gar nicht! Uff. Zurück auf dem Boden der Tatsachen. Und zurück ins Hotel, wo Stella eine knallharte Entscheidung trifft. Reginalds Blick in Perry Rhodans Augen verschaffte mir instant Gänsehaut. Die Cassalle-Taktiken erinnerten mich an die Vorgehensweise im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Desinformationspolitik beider Seiten, in diesem Fall Regierungstruppen und Wahrheitskrieger, nahm ganz ähnliche Züge an. Stella gelang es indes, mir größten Respekt abzunötigen, indem sie auf ihre lebensverlängerte Dosis Jungbrunnen verzichtet, um die Chancen auf Veränderung zu wahren.

Zum Finale möchte ich mich kurz halten: Wahnsinn!!! Perry setzt die Spritze erfolgreich… das darf kein Querdenker je erfahren. Und Catron haut den Hammer raus und befördert zwei Schnarchnasen ins hohe Amt der Dingenskirchens. Zuvor wird mal eben ein Komplott aufgedeckt, dass Thomas in Cardiff zum Verhängnis wird. Thomas und Cardiff… Erstauflageleser fanden das leider geil. Aber wieder zurück zum Plottwist-Hammer des Tages. Was wollte Thomas Rhodan da Zoltral mit dem geheimen Gehirnnetzwerk anstellen? Selbst zur Abnormität werden? Weil ihm dadurch Unsterblichkeit winkt? Eines der größten Bedürfnisse eines Aphilikers im übrigen. Ich logge das mal so ein. So wie sich Catron endlich als neuer Big Player outet und ES wahnsinnig spannend macht. Vor allem frage ich mich, wie NATHAN reagiert. Da MUSS noch was kommen, das hab ich im Urin. Cool übrigens, wie Originalschauplätze in Cardiff mit fiktionalen Orten gemixt wurden. Torchwood, ein Dr. Who-Ableger, wurde beispielsweise gewürdigt. Dann mal viel Spaß auf der Suche nach diesem Easteregg, falls ihr es nicht schon selbst gefunden hattet 😉

Zitat des Romans

Reden hilft nicht immer, Schatz!

thora tadelt ihren ehemann perry, der mal wieder nur das gute im aphiliker sieht

Fazit und Wertung

Uff-ta uff-ta uff-ta täteräää. Der Beginn des Karnevals startet auch mein Fazit! Weniger lustig im Kern, dafür emotional hochgradig bewegend im Detail. Mir fehlen mittlerweile die Superlative zu dieser grandiosen Staffel. Gefühlt will jeder Roman den anderen in Qualität überbieten. Lucy Guth und Marie Erikson schufen gemeinsam eine tolle Welt, mit perfektem Pacing und dem klaren Fokus auf den emotionalen Befindlichkeiten der Leserschaft. Die dystopische Grundstimmung wird dabei stellenweise bis an die Grenzen des erträglichen überreizt, was innerhalb der Staffel mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist. Im allerpositivsten Sinne. Toll auch, wie das Teamwork wieder funktioniert hat. Rainer Schorms Jungbrunnenstoryfäden wurden hervorragend mit der aktuellen Geschichte verwoben und am Ende erwartete uns Fans noch ein superintelligentes und spannendes, gleichwohl abnormitäres Finale mit Triple-Uff-Effekt. Ein Splitter meines in die Höhe gereckten Daumens geht erfolgreich in der entstehenden Abnormität Catron auf. Ein Herzschlagfinale, nicht nur bezogen auf das wiedervereinte Familienglück. Nur noch zwei Romane bis zum Finale, das liest sich in dieser Staffel wie eine Drohung. NEO macht abnormal viel Spaß! Danke ans komplette Team!

Review: Perry Rhodan NEO 317 – Wahrheitskrieger
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