Drei junge Frauen werden brutal ermordet. Drei junge Frauen erleben nach ihrem Tod eine außergewöhnliche, außerkörperliche Erfahrung. Drei junge Frauen schwören auf Rache; an ihrem gemeinsamen Mörder. Wie sie das in ihrer Anderswelt bewerkstelligen wollen und ob sie ihre Gerechtigkeit bekommen können, wird in diesem knapp 350-seitigen Roman erzählt. Welcher durch seine relative Kürze eine durchgängig atemlose Spannung, auch dank enorm vielen Cliffhangern, garantiert. Und ein Leseerlebnis bietet, das ihr in dieser Form so bestimmt noch nie zu Lesen bekommen habt. Oder war schon mal jemand von euch außerhalb seines verstorbenen Körpers unterwegs und hat auf sich selbst herab geblickt? Nein, also dann!

Wenn selbst eine Freida McFadden ins Schwärmen kommt, muss was dran sein am Hype. McFadden, ihres Zeichens eine der weltweit meistgelesenen Thriller-Autorinnen derzeit, hat mit ihrer Housemaid-Trilogie die Fans begeistert und kommt noch dieses Jahr mit ihrer Buchverfilmung in die amerikanischen Kinos. So viele Vorschusslorbeeren… kurzum habe ich mir natürlich auch dieses Büchlein besorgt. Die Verniedlichungsform deshalb, weil ich mir normalerweise ungern Lesestoff ins Haus hole, um mich dann zwangsläufig, nach ein paar Stündchen Unterhaltung, schon wieder von den Charakteren verabschieden zu müssen. Social Media war aber voll des Lobes und es fanden sich fast keine negativen Rezensionen über das Werk von Noelle W. Ihli, so dass ich quasi über meinen Schatten sprang. Bereut habe ich es keine Sekunde.

Am beeindruckendsten finde ich die einwandfreie und kaum merkliche Verwebung der Handlungsstränge, zu einer ganz und gar fantastischen Geschichte. Humor und Wortwitz kommen ebenfalls nicht zu kurz und auch die emotionale Schiene wird ausreichend bedient und mit salzhaltigem Extrakt gefüllt. Vor allem aber entführt die Autorin die Leserschaft in ein Setting, das zum Nachdenken anregt und eine völlig neue Sichtweise bedient. Was passiert nach dem Tod? Fällt man als Geist durch den Boden oder bleibt die Physik im Großem und Ganzen wie zu Lebzeiten erhalten? Nur zwei von vielen Fragen, die mich plagen. Die Autorin versucht sich mit Antworten. Es könnte sich so abspielen wie in ihrem Roman oder es ist halt einfach Schluss. Aus. Finito. Ende. Wir werden es wohl nicht erfahren, bis wir selbst so weit sind. Und das kann gerne noch eine ganze Weile dauern, wenn es nach mir geht.

„Ein Thriller“ steht auf dem Roman. Nicht Thriller. Nicht Fantasy-Thriller. Die Eins bekommt auch ihre Bedeutung. Auf gewisse Weise steht einiges zwischen den Zeilen geschrieben. Ich war begeistert. Ein Roman wie gemacht für einen verregneten Sonntag Nachmittag. Wer sich im Jahre 2025 (und darüber hinaus) mit einer höchst kreativen und ungewöhnlichen Story überraschen lassen möchte, die so wahrscheinlich einzigartig im Buchgeschäft zu finden sein wird, ist mit diesem Roman perfekt bedient. Für mich ganz ohne Zweifel ein kleines Highlight in meinem Buchregal, weil der Roman in keines meiner sonst so gern gelesenen Genres passen möchte. Drei Daumen hoch für die Protagonistinnen und einen Unique-Award für die Autorin.

Einmal ein Geist sein – Frag nach Andrea von Noelle W. Ihli
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